Die Steller Heide – Nicht nur ein Hundeparadies

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In der Steller Heide tummeln sich nicht nur Hunde sondern auch viele seltene Tiere und Pflanzen.

Sie ist ein Fauna-Flora-Habitat Gebiet und damit Teil des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000. Und wird deshalb in Kürze zum Landschaftsschutzgebiet „Steller Heide“ erklärt, da alle FFH-Gebiete im Landkreis Diepholz nach Vorgabe der EU in nationales Recht übertragen werden müssen. Die Verordnungen der Schutzgebiete werden in diesem Zuge an die FFH-Richtlinie angepasst.

Der Sand als Lebensraum

Doch zurück zu den Pflanzen und Tieren der Steller Heide. Hier sind die besonders wertvollen Bereiche an den Plätzen an denen man sie sonst vielleicht nicht vermutet. Im Sand.

Entstehung der Binnendünen

Binnendüne in der Steller Heide
Binnendüne in der Steller Heide

Wenn der Besucher durch den lichten Eichenwald in Richtung Norden des Gebietes geht, wird er bald auf die offenen Sandflächen stoßen. Dass sind Binnendünen, die im Postglazial nach dem Rückgang des Inlandeises durch Anwehungen entstanden sind. Diese Flächen wurden dann meist als sogenannte Triftwege genutzt oder wenn eine Vegetationsdecke vorhanden war, durch Schafe beweidet. Die Nutzung ist der Schlüssel für die Entstehung der seltenen Pflanzengesellschaften, wie dem Sandrasen oder der Sandheide. Der periodische Viehtritt zerstört teilweise die empfindliche Vegetationsdecke, lässt aber auch keine weiteren konkurrenzstärkeren Arten zu. Zudem tragen die Schafe die Nährstoffe meist in den Stall, da 70% der Pflanzennährstoffe nachts im Stall wieder „abgegeben“ werden. Auch der Wind trägt viele alte Pflanzenreste mit sich, so dass kaum Nährstoffe im Boden enthalten sind.

Silbergras – Eine Pflanze unter extremen Bedingungen

Silbergras in der Steller Heide
Silbergras in der Steller Heide

Die Pflanzen der Dünen, wie das Silbergras, sind an diese kargen Bedingungen der Düne angepasst. Das silbrig schimmernde, kleine Gras, sieht zwar an der Oberfläche klein aus, kann aber bis zu 15 Zentimeter in den Boden eindringen. Deshalb kann es sich fest im lockeren Sand verankert. Es ist besonders an Trockenheit und Hitze angepasst, so haben die Wurzeln eine samtige Behaarung, damit die Oberfläche vergrößert wird und damit mehr Wasser in kürzester Zeit aufgenommen werden kann. Die starren Halme der Horste sammeln den Morgentau und das Regenwasser und leiten es zu den Wurzeln. Damit das Wasser auch bei hohen Temperaturen nicht verdunstet hat es seine Blätter eingerollt.

Dünen müssen offen bleiben

Sie sind wenig konkurrenzstark, deshalb ist es notwendig die Dünen weiterhin offen zu halten. Dies geschieht beispielsweise in der Steller Heide durch die Nutzung als Übungsgelände der Polizei Bremen und durch die vielen Spaziergänger. Natürlich muss weiter dafür gesorgt werden, dass die Nutzung auf Grund der Trittempfindlichkeit der Sandrasen, keine überhandnimmt und dass Nährstoffe, wie Hundekot, nicht eingetragen werden.

Gefährdungen kommen von außen

Die in Niedersachsen ehemals großflächig verbreiteten Sandtrockenrasen sind durch die Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere durch Aufdüngung ihrer Standorte, aber auch durch Aufforstung mit Kiefern inzwischen bis auf wenige Reste verschwunden. Auch die wenigen heute noch vorhandenen Trockenrasen gehen in der Häufigkeit ihrer Bestände zurück und verarmen. Sie sind gefährdet durch die Überführung ihrer Wuchsorte in andere Nutzungen (z. B. Wohn- und Industriebauten, Abbau von Rohstoffen, intensive Beweidung, Aufforstungen), aber auch durch Nutzungsaufgabe (Verbuschung). Nicht zuletzt werden sie durch die allgemeine Eutrophierung und Schadstoffbelastung über Immissionen beeinträchtigt.

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