Moorwald hat Priorität im Oppenweher Moor

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Bekassine
Bekassine von Oliver Langer

Die Verordnung des bestehenden Naturschutzgebietes Oppenweher Moor wird in Kürze an die EU-Vogelschutz und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie angepasst. Zeitgleich wird das Gebiet um einige Flächen erweitert, um einen Puffer zu dem nährstoffarmen Moor und damit auch Lebensraum für Wiesenvögel und Amphibien zu schaffen.

Warum ist das Oppenweher Moor schutzwürdig?

Warum gerade dieses Gebiet zu den europaweit bedeutenden Schutzgebieten gehört, wird in dem Meldebogen an die Europäische Kommission, wie folgt beschrieben:

 

„Strukturreiche z.T. zwergstrauchreiche Birken-Moorwälder, in lichten Bereichen hohe Besiedlung durch Ziegenmelker. Kranich-Schlafplatz in stark vernässten ehemaligen Torfstichen (auch Regeneration von Moorvegetation). Bekassine, Brachv.“

Birken-Moorwälder auf einem jungen Moor

Birken-Moorwald
Moorwald von Christian Schwabe

Die Birken-Moorwälder finden sich im Nordwesten des Gebietes. Sie sind ein sogenannter prioritärer Lebensraumtyp, sprich diese Wälder sind in Europa so selten, dass sie eines besonderen Schutzes bedürfen. Die Moorwälder im Oppenweher Moor wachsen nur auf einer geringen Torfmächtigkeit, da das Moor erst 2.2000 vor Christus begann zu wachsen. Die Torfmächtigkeit war so gering, dass auch die Industrie sich nicht für die industrielle Abtorfung interessierte. Jedoch wurde das Moor per Hand abgebaut. Diese jetzt unter Wasser stehenden Handtorfstiche sind noch im gesamten Moor zu finden und prägen auch den Moorwald und machen ihn so strukturreich.

Früher stand die Nutzbarkeit der Moorwälder im Zentrum, weshalb sich noch heute zahlreiche Entwässerungsgräben durch den Wald ziehen. Diese sorgen dafür, dass der Moorwald nicht mehr so feucht ist, wie er eigentlich sein sollte. Im Ursprung wuchs nämlich zwischen den weißen Stämmen grasgrünes Torfmoos auf morastigem Boden. Ein Pufferbereich zum sehr nassen Hochmoor.

 

Entwässerung
Entwässerungsgraben im Moorwald (Belting)

Das Moor ist zu trocken

Da liegt auch das Kernproblem des Oppenweher Moores. Durch die damalige Nutzung wurde es in vielen Bereichen trockengelegt. Diese Entwässerung wirkt sich bis heute aus und deshalb sind einige Bereiche bis heute zu trocken. So trocken, dass die Birken des Moorwaldes in dem eigentlich Strauchfreien Hochmoor aufwachsen. Deshalb müssen diese Birken, so lange das Moor noch nicht nass genug ist, immer wieder entfernt werden, damit die ursprüngliche Moorvegetation aus Torfmoosen, Sonnentau und Wollgras nicht durch die Birke überwachsen wird und sich die Vögel des Moores noch wohl fühlen.

Über diese Vögel berichten wir im nächsten Artikel.

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