Eine Exkursion in das Oppenweher Moor

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Schwingrasen mit Torfmoosen im Oppenweher Moor von Richard Linsel
Schwingrasen mit Torfmoosen im Oppenweher Moor von Richard Linsel

Das Naturschutzgebiet „Oppenweher Moor“ ist naturschutzfachlich von europaweiter Bedeutung. Warum dies so ist und wie es geschützt wird, wird auf einer Exkursion am 12. Mai mit Friedhelm Niemeyer vom BUND Diepholzer Moorniederung gezeigt. Außerdem wird auf das Neuausweisungsverfahren eingegangen, hierzu können offene Fragen an Mitarbeiter des Landkreises Diepholz gestellt werden. Los geht es um 17 Uhr an der Schäferei Rehling (Wagenfeld).

Ein Teenager unter den Mooren

Das Oppenweher Moor ist jung, fast ein Teenager unter den Mooren der Diepholzer Moorniederung. Das Moorwachstum begann um etwa 2.000 vor Christus, rund 7.000 Jahre später als bei anderen Mooren. Dies führte dazu, dass es nur eine geringe Torfmächtigkeit aufweist und sich deshalb nie für industrielle Abtorfung eignete. Es wurde lediglich im bäuerlichen Handtorftstichverfahren abgetorft. Dies und die abgelegene Grenzlage hatten zur Folge, dass ein großer Teil des Hochmoorkörpers erhalten werden konnte.

Die Themen der Exkursion: Pflegemaßnahmen und die Neuausweisung des Naturschutzgebietes

Birken-Moorwald
Moorwald von Christian Schwabe

Doch insbesondere die Entwässerung hat ihre Folgen, wie Verbirkung, hinterlassen. Am 12. Mai um 17 Uhr führt Friedhelm Niemeyer vom BUND Diepholzer Moorniederung durch das Oppenweher Moor und zeigt wie diese Folgen aufgehoben werden und wie es sich seit 1977, dem Beginn der Unterschutzstellung, entwickelt hat. Außerdem werden Mitarbeiter des Landkreises die Lebensraumtypen und Arten vorstellen, weshalb das Moor als Natura 2000-Gebiet gemeldet wurde und weshalb Änderungen in der bestehenden Verordnung notwendig sind, um diese Bereiche zu schützen. In diesem Zuge werden auch Fragen zum anstehenden Neuausweisungsverfahren des Naturschutzgebietes beantworten.

Organisatorisches

Treffpunkt für die Exkursion ist die Schäferei Rehling (Am Ende der Straße: In den alten Kuhlen in Wagenfeld). Die Exkursion führt auch ausnahmsweise abseits der Wege, die Besucher sonst betreten dürfen. Deshalb empfehlen sich festes Schuhwerk oder Gummistiefel, Fernglas und Mückenschutzmittel mitzubringen. Eine Anmeldung zu der kostenlosen Exkursion ist bei Helen Schepers, Landkreis Diepholz unter 05441 976 1275 möglich.

Eriophorum vaginatum LC0042
Scheidiges Wollgras ( I, Jörg Hempel [CC BY-SA 2.0 de], via Wikimedia Commons)

Seit über 30 Jahren wird das Oppenweher Moor renaturiert

Seit über 30 Jahren werden Maßnahmen zum Schutz des Oppenweher Moores durchgeführt. Friedhelm Niemeyer betreut das Gebiet und schlägt die Maßnahmen zum Schutz des Moores der Naturschutzverwaltung vor. Darunter fällt bspw. die Offenhaltung der Moorbereiche. Dazu werden diese Flächen traditionell mit einer ortsansässigen Schafherde beweidet. Mäh-, Mulch- und Entbirkungsarbeiten ergänzen das Engagement der Schäfer und gehen mit der Beweidung Hand in Hand. Das zeigt bereits nachhaltigen Erfolg, so finden sich hier hochmoortypische Pflanzen und Tiere. Wie beispielsweise das Wollgras, welches zu dieser Zeit wattebäuschig fruchtet.

Warum ist eine Neuausweisung notwendig?

Das Oppenweher Moor ist als Bestandteil des Europäischen Schutzgebietssystems „Natura 2000“ besonders geschützt. Es ist sowohl Vogelschutz- als auch Fauna-Flora-Habitat (FFH-) Gebiet. Eine Veränderung der bestehenden Naturschutzgebietsverordnung wird jetzt notwendig, da das geltende EU-Recht in nationales Recht überführt werden muss. Im Zuge dieses Verfahrens wird die Verordnung entsprechend der FFH- und Vogelschutz-Richtlinie angepasst und die bereits im Jahr 2013 geplante Erweiterung des Naturschutzgebietes „Oppenweher Moor“ (NSG) auf den Gebieten der Gemeinden Brockum, Wagenfeld und Wetschen umgesetzt.

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